Der heutige Tag war eine Premiere - K. hat zum ersten Mal Fleisch probiert. Genauer gesagt ein kleines Stück Pute, das ich vorher in Öl und Alufolie im Ofen gedünstet hatte. Und obwohl ich eigentlich mit einem widerwilligen Gesicht gerechnet hatte, scheint die neue Spezialität doch recht gut angekommen zu sein. Geschluckt und gekaut wurde natürlich mal wieder nichts. Aber gelutscht. Also hoffe ich mal, dass sich dabei auch ein bisschen Eisen gelöst und seinen Weg in den Baby-Organismus gesucht hat.
Ansonsten befinden sich unsere Beikost-Bemühungen auch weiterhin auf einem eher spärlichen Level. Das kurzfristige Brei-Interesse war schon einen Tag später wieder verfolgen - und auch sonst ist Essen weiterhin eine ganz spannende Erfahrung, mehr aber auch nicht. Überflüssig zu erwähnen, dass auch die Flasche weiterhin abgelehnt wird, ich sämtliche Tricks durch habe und mit meinem Latein langsam am Ende bin.
So sehr ich mich daran erfreue, wie die Kleine durch Fingerfood ganz behutsam die Welt des Essens entdeckt und Spaß daran hat - so frustrierend ist es, dass wir noch immer auf der Stelle treten und ich weiterhin quasi voll stille. Ob das jemals anders wird?
Steffi2001 - 19. Nov, 20:22
... gaaaaanz langsam und behutsam nähern wir uns nun immer mehr dem Thema Essen an. Nachdem ich nämlich in den letzten zwei Wochen sämtliche Bemühungen um das Thema Beikost stark heruntergefahren hatte und der Kleinen einfach mal eine Pause gönnen wollte, scheint sich ihr Interesse an dem Thema jetzt doch ganz behutsam zu entwickeln.
Erfolgserlebnis 1: Ich habe letzte Woche mal wieder Reiswaffel (morgens) und Zucchini (mittags) angeboten. Beides wurde intensiv mit dem Mund bearbeitet - und zum ersten Mal auch erkennbar geschluckt (wenn auch nur in kleinen Mengen). Der Windelinhalt einen Tag später hat dies jedenfalls einmal wieder eindrucksvoll bestätigt (ja, ich weiß, ein Thema, über das sich nur anderen BLW-Mütter ähnlich freuen können).
Erfolgserlebnis 2: Wir haben gestern einen weiteren Brei-Versuch gestartet, um weiter zweigleistig zu fahren - und zum ersten Mal wurden mittags und abends jeweils ca. zwei Löffel Zucchini mit Kartoffel verdrückt. Das ist natürlich noch unsagbar wenig und steigerungsfähig - aber alles braucht seine Zeit. Zumindest war ich ausgesprochen beeindruckt davon, dass sie sogar einmal freiwillig ihren Mund aufgesperrt hat und nicht anschließend den gesamten Brei wieder mit der Zunge nach draußen geschoben hat. Wir bleiben also dran.
Mein Plan für die nächsten Tage ist also, es zwar größtenteils beim Fingerfood zu belassen, trotzdem aber immer wieder auch Brei anzubieten. Nur so sehe ich aktuell für mich die Chance, über kurz oder lang zumindest schon mal eine Mahlzeit ersetzt zu haben und für mich etwas mehr stillunabhängige Freiheit zu gewinnen.
Das Thema Flasche liegt übrigens weiterhin so halb auf Eis. Gestern bekam K. am Mittag ein paar Schlucke Pre-Milch angeboten - und immerhin brach sie beim Anblick der Flasche nicht sofort in lautes Gebrüll aus, sondern ließ den Sauger bis in ihren Mund kommen. Ergebnis: Die Flasche scheint wohl wieder nicht mehr als ganz bedrohlich empfunden zu werden - Pre-Milch schmeckt ihr aber offenbar gar nicht (dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen). Die nächsten Flaschen-Versuche machen wir also wieder mit abgepumpter Muttermilch und dann in einem weiteren Schritt mit Einser-Milch. Letztere ist zwar unter Still-Müttern zum Zufüttern ausgesprochen verpöhnt - soll aber angeblich besser schmecken als die Pre-Milch und deswegen lieber genommen werden. Warum also nicht?
Ich werde weiter berichten.
Steffi2001 - 10. Nov, 14:10
Im Süden nichts Neues - noch immer dauert der Kampf von K. gegen die Flasche an. Nichts, wirklich gar nichts hilft - kein anderer Sauger, keine normalen Becher, keine Löffel - gar nichts. Da unsere aktuellen Versuche entsprechend zu gar nichts führen und wir das Kind nicht komplett zum Flaschenhasser machen wollen, haben wir nun beschlossen, das Thema Flasche erst mal einige Tage auf Eis zu legen. Wasser zum Essen bekommt sie weiterhin angeboten, aber wir drängen es ihr nicht auf. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Kleinen schon holen, was sie brauchen - und wie es aktuell aussieht, scheint der Flüssigkeitsbedarf durch die Muttermilch ja ideal gedeckt zu werden. Also müssen wir es erst einmal dabei belassen.
Ebenfalls ausgesprochen interessant ist das Thema Brei. Denn obwohl dieser Blog "Breifrei" heißt und ich nach wie vor nicht sonderlich scharf darauf bin, K. ihr Essen püriert per Löffel zu verabreichen, starten wir doch immer wieder mal einen Versuch vor dem Hintergrund, dass die Kleine im nächsten Jahr ja auch zeitweise von einer Tagesmutter betreut werden soll. Und da kann es meiner Ansicht nach grundsätzlich nicht verkehrt sein, auch mal zweigleisig zu fahren und sie behutsam an den Umgang mit den Löffel zu gewöhnen.
Leider lassen sich die Erfolge auch in diesem Bereich ebenfalls mit einer einzigen Ziffer auf den Punkt bringen: NULL. K. verweigert alles, was vom Löffel kommt, kneift den Mund zusammen, schiebt alles, was nur ihre Lippen berührt, auf direktem Wege wieder nach draußen - und macht uns ganz offenbar klar, dass das pürierte Zeug überhaupt nichts für sie ist.
So langsam scheint sich in mir die Vermutung zu bestätigen, dass K. bei weitem noch nicht so beikostreif ist, wie ich immer dachte. Für uns heißt das: Sie darf weiterhin mit Essen in Stückform experimentieren, probieren, herausfinden, was ihr schmeckt und was nicht. Und ich schicke täglich ein neues Stoßgebet in den Himmel, dass sie eines Tages schon entdecken wird, dass Essen Spaß macht und toll ist - und vom Stillen doch ein bisschen unabhängiger wird.
Steffi2001 - 27. Okt, 11:34
Zur Zeit gibt es wenig Neues rund um das Thema BLW zu berichten. K. zeigt viele Zeichen eines Wachstumsschubes, ist entsprechend phasenweise ziemlich schwierig - und entsprechend wenig experimentierfreudig, was das Thema Essen angeht. Offenbar scheinen allerdings inzwischen Äpfel interessant zu werden, die am Anfang eher abgelehnt wurden. Zumindest nimmt sie mir inzwischen Stücke von einem Apfel, den ich selber esse, aus der Hand - und kaut munter darauf herum. Roh, versteht sich - das anfängliche Apfel-Dünsten kann ich mir offenbar schenken.
Leider kämpfen wir aber zur Zeit mit einem größeren Problem, denn seitdem die Kleine feste Nahrungsmittel probieren darf, sind offenbar Flaschen mit Saugern drauf Hassobjekte geworden. Obwohl K. quasi von Geburt an daran gewöhnt war, dass es immer wieder auch mal abgepumpte Muttermilch aus der Flasche gibt und wirklich schön getrunken hat, gibt es seit ein paar Tagen großes Geschrei, wenn nur eine Flasche in die Nähe ihres Mundes kommen soll. Für mich ist das deshalb nicht ganz unproblematisch, weil ich meine neu gewonnene Unabhängigkeit aktuell ein wenig schwinden sehe. Ob es daran liegt, dass sie doch immer wieder mal ermuntert wurde, das Trinken aus dem Trinklernbecher zu probieren? Ich weiß es nicht und hoffe auf eine schnelle Besserung.
Sollte die aktuelle Phase wirklich auf einen Wachstumsschub zurückzuführen sein, hätte dies den Vorteil, dass sie auch wieder vorbei geht - und das lässt hoffen. In den nächsten Tagen ist es deshalb vermutlich sinnvoll, beim Thema BLW nicht allzu viel auszuprobieren - und mehr beim klassischen Stillen zu bleiben.
Steffi2001 - 20. Okt, 21:56
Wir haben ein neues Gemüse ausprobiert - Blumenkohl. Die Röschen lassen sich gut in die Hand nehmen und können in weniger Einzelteile als Broccoli zerlegt werden. Allerdings sollte man aufpassen, dass der Blumenkohl beim Garen nicht zu weich wird. Meine Tochter hat ihn jedenfalls gemocht.
Außerdem besitze ich seit heute ein neues Küchengerät - einen Kompakt-Dampfgarer. Schon nach der ersten Benutzung heute Mittag war ich begeistert: Das Gemüse lässt sich viel schneller und besser dünsten als im Dämpfeinsatz im Kochtopf. Und da man mit dem Gerät so ziemlich alles schonend zubereiten kann - auch z.B. Fleisch - bin ich sicher, dass es künftig einiges zu tun bekommen wird.
Steffi2001 - 14. Okt, 22:45
Seit meinem letzten Eintrag sind wieder einige Tage ins Land gegangen. Und mittlerweile hat sich hier alles so gut eingespielt, dass BLW nun ganz langsam völlig normal zu unserem Alltag gehört - ohne, dass ein großer Wirbel darum gemacht werden müsste. Dazu kommt, dass K. beim Essen inzwischen immer sicherer und geschickter wird. Zucchini ist nach wie vor ihr absolutes Lieblingsgemüse, auch Möhren werden immer gerne genommen. Beim Obst scheint Nektarine besonders gut anzukommen - auch, wenn die dadurch verursachte Schweinerei schon gigantisch ist. Auch Banane scheint zu schmecken - während Apfel und Birne eher liegen gelassen und nicht weiter probiert werden.
Da ich aber nun ganz langsam anfangen möchte, mittags nicht immer nur Gemüse fürs Kind zu dünsten, sondern allmählich meinen Speiseplan so zu gestalten, dass die Kleine im Idealfall mitessen kann, war es heute Zeit für einen neuen Genuss: Nudeln! Die gabs für die Mama mit Pesto aus dem Glas (leider ganz und gar nicht kindergeeignet weil mit reichlich Salz gemischt) - und fürs Kind pur auf dem Teller zusammen mit - wie könnte es anders sein? - Zucchini. Ganz schlecht scheinen die Nudeln aber auf jeden Fall nicht gwesen zu sein, denn sie wurden zumindest ausgiebig mit dem Mund untersucht. Die Nase vorn hatte dann aber doch wieder die Zucchini. Soll mir auch recht sein.
In den nächsten Tagen will ich dann noch einen Schritt weitergehen und K. zum ersten Mal auch Fleisch probieren lassen. Da ist mir aber noch nicht ganz klar, wo ich das eigentlich kaufen möchte, denn mir ist schon wichtig, dass es Qualitätsfleisch ist. Ich bin aber bereits auf der Suche.
Steffi2001 - 13. Okt, 14:45
Trotz all meiner Überzeugung, was das BLW-Konzept angeht, muss ich an dieser Stelle doch mal ganz offen zugeben, dass ich in den letzten Tagen auch eine Menge Zweifel hatte. Denn immer dann, wenn das von mir liebevoll zubereitete Gemüse allenfalls als Spielzeug missbraucht wurde oder überall landete - nur nicht im Mund! - habe ich mir schon mehrfach die Frage gestellt, ob ich wirklich bereit dazu bin, mir DAS auf Dauer anzutun - oder ob es nicht doch besser wäre, einfach ganz normal Brei zu füttern wie Millionen anderer Mütter auch. Um so schöner ist es dann, wenn es Tage wie den heutigen Donnerstag gibt. Und sich auf einmal herausstellt: Es klappt doch schon ganz gut!
Bereits beim heutigen Mittagessen, bei dem es Zucchini und Möhre gab, stellte sich auf einmal heraus, dass K. inzwischen doch offenbar kapiert hat, was sie mit dem Zeug auf dem Teller vor sich anfangen soll - und dass beide Gemüsesorten offenbar schmackhaft sind. So zielstrebig wie nie wanderten die Sticks Richtung Mund - und wurden dort mit den Kauleisten angeknabbert bzw. ausgesaugt. Allerdings scheint meine Tochter noch nicht so recht zu wissen, was sie anschließend mit den Stückchen in ihrem Mund anfangen soll. Auf der einen Seite, versucht sie zu schlucken (was ihr meiner Vermutung nach inzwischen teilweise auch gelung) - auf der andere Seite reißt sie irritiert den Mund auf und stochert mit den Fingern in ihrem Mund nach - als ob sie das, was sich dort befindet, wieder greifen und herausbefördern wollte. Dennoch war das Interesse am Essen erkennbar groß.
Beim Abendessen gab es zunächst Schlangengurke, die offenbar ebenfalls ziemlich interessant war - während sich die zum Nachtisch angebotene Banane hingegen vor allem zum Zermatschen eignete. Selbst die wurde jedoch probiert - und auch diesmal bin ich sicher, dass winzige Nuancen von Banane und Gurke wirklich ihren Weg in den Magen gefunden haben. Den tatsächlichen Beweis wird mir jedoch frühestens morgen die entsprechende Windel liefern.
Im Übrigen habe ich K. heute zum ersten Mal nicht unmittelbar vor den Mahlzeiten gestillt, sondern ausreichend Zeit zwischen Milchmahlzeit und Fingerfood vergehen lassen. Gestillt wurde dann erst im Anschluss wieder. Und weil die Begeisterung für das Nahrungsangebot heute definitiv größer war als an den letzten Tagen, werde ich so nun auch morgen weiter verfahren.
Steffi2001 - 8. Okt, 20:22
Obwohl unser BLW-Start ja nun erst einige Tage zurück liegt, bin ich sehr schnell zu einer deutliche Erkenntnis gekommen: Kaum isst das Baby mit, dreht sich irgendwie alles nur noch ums Essen. Vorbei sind also die Zeiten, in denen ich mir quasi nebenher mittags mal im Vorbeigehen ein Fertiggericht in den Ofen schieben oder einfach mal nur sinnloses Zeug wie ein Müsli oder ein Brot essen konnte - ab sofort heißt es, auch beim Essen verantwortungsbewusst zu sein. Und zwar nicht nur gegenüber mir selbst, sondern vor allem gegenüber meiner Tochter.
Konkret sieht die Sache nun so aus, dass ich erst einmal lernen muss, überhaupt regelmäßig ans Mittagessen zu denken. Das heißt: Nicht um halb drei festzustellen: "Huch, schon so spät, habe irgendwie Hunger" - sondern bewusst eine feste Mahlzeit einzuplanen. Dazu gehört natürlich auch, diese Mahlzeit zuzubereiten. Zur Zeit also konkret, rechtzeitig frisches Biogemüse zu kaufen, in pommesgroße Stücke zu schneiden, zu dünsten, auf laufwarme Temperatur abkühlen zu lassen und zu servieren. Nachteil: Auch, wenn der Aufwand gering ist - es ist Aufwand. Vorteil: Natürlich bereite ich das Gemüse nicht nur für K., sondern auch für mich zu. Ergebnis: So gesund habe ich mich schon lange nicht mehr ernährt.
Nur mit dem Mittagessen ist es allerdings nicht getan. Beim Frühstück gilt das gleiche, was für andere Mahlzeiten gilt: Das Kind soll mitessen, muss probieren dürfen. Nachmittags möchte ich Obst servieren - und auch abends soll es noch einen kleinen Snack geben. Da kommt einiges an Zusatzarbeit zusammen - und ich stelle fest, dass ausschließliches Stillen doch deutlich einfacher war.
Der Lohn für all diese Mühen ist jedoch die Tatsache, dass es jeden Tag neue, winzige Erfolge zu verzeichnen gibt. Dass die Kleine das Gemüse immer besser greifen kann. Gezielter zum Mund führt. Und allmählich beginnt, winzige Fasern (wenngleich auch eher mikroskopische Mengen) tatsächlich zu schlucken. Und sichtlich Spaß an der neuen Art der Nahrungsaufnahme hat.
Und das wiederum bestätigt mich darin, dass die Entscheidung für BLW doch gar nicht so verkehrt gewesen sein kann.
Steffi2001 - 7. Okt, 17:57
Vermutlich werden nur andere BLW-Mütter die Freude darüber nachvollziehen können, die man verspürt, wenn sich in der Windel neben normalem Inhalt plötzlich auch Fasern einer Zucchini finden ... :)
Steffi2001 - 7. Okt, 11:14