... aber: Ich habe seit Anfang Januar endlich ein essendes Kind.
Nun ist also wieder mal der Tag gekommen, an dem ich wieder Bericht erstatten will - aber: Leider nicht mehr zum Thema "Breifrei". Der Grund ist nicht nur meine fehlende Geduld, sondern auch der immer größere Zeitdruck, mein Kind pünktlich zum Tagesmutterstart von der Brust entwöhnt zu haben - mit dem Ergebnis, dass ich es doch immer wieder mit Brei probiert habe. Wurden um die Weihnachtstage herum noch maximal fünf Löffel davon verspeist und von mir als Erfolg verbucht, ist der Knoten bei meiner Tochter exakt einen Tag nach ihrem 9-Monats-Geburtstag geplatt: Plötzlich fand sie Essen toll und hat mit einem Mal mehr als ein halbes Gläschen verdrückt. Von diesem Tag an habe ich es weiterhin mit Brei probiert - und der Brei wurde immer mehr akzeptiert. Mittlerweile haben wir uns dahingehend entwickelt, dass ich tagsüber eigentlich so gut wie gar nicht mehr stillen muss und sich die Brustmahlzeiten auf die Abend- und Morgenstunden sowie die Nacht beschränken. Ich bin damit aktuell sehr zufrieden und bin sicher, die Dinge werden sich weiterentwickeln.
Das Thema Fingerfood ist trotzdem noch nicht ganz tot. K. bekommt immer wieder davon etwas angeboten und macht damit herrliche Experimente. Geschluckt wird nach wie vor kaum etwas. Darüber hinaus haben wir uns bei unserem verspäteten Brei-Start nicht stikt an die Vorgaben gehalten, sondern in recht zügiger Folge verschiedene und neue Lebensmittel eingeführt. Probleme gab es damit keine.
An meiner Begeisterung über das BLW-Konzept hat sich dennoch nicht geändert. Hätte ich mehr Geduld und nicht den zeitlichen Druck gehabt - ich hätte mit Sicherheit daran festgehalten, zumal ein fleißig Gemüsesticks knabberndes Kind ein bedeutend schöneres Bild abgibt als eins, das mit Brei beschmiert ist. Und da sich momentan außerdem abzeichnet, dass ich beim nächsten Kind mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht bereits nach einem Jahr den Wiedereinstieg in den Beruf plane, wird BLW dann noch einmal von vorne in Angriff genommen.
Mein Blog wird aus gegebenen Anlass an dieser Stelle jedoch vorerst einmal still gelegt. Dennoch kann ich nur jeden ermutigen, es durchaus mit dem BLW-Konzept zu probieren und vor allem viel Geduld zu haben - viel mehr Geduld als ich. Dann wird es mit dem fröhlich breifrei heranwachsenden Kind mit Sicherheit klappen!
Steffi2001 - 27. Jan, 16:16
Asche über mein Haupt - in diesem Blog hat sich seit einigen Wochen nichts mehr getan. Der Grund ist allerdings nicht, dass ich aufgegeben hätte - sondern viel mehr die Tatsache, dass es bei uns in den Wochen vor Weihnachten doch recht turbulent zugegangen ist, einiges zu erledigen war und andere Dinge hingegen auf der Strecke geblieben sind. So auch meine regelmäßigen Beiträge hier. Aber das soll natürlich nicht so bleiben.
In letzter Zeit ist entsprechend bei mir häufiger nachgefragt worden: Wie läufts denn jetzt - und: Isst das Kind denn nun? Die Antwort: Jein ... aber wir sind definitiv inzwischen auf einem wie ich finde guten Weg.
So langsam habe ich mich auch mit dem Gedanken abgefunden, eines von den Kindern zu haben, die nicht mit sechs Monaten beim Angebot von Beikost begierig den Schnabel aufsperren und sich nichts schöneres vorstellen können - sondern eben eine kleine Genießerin, die viel Zeit und Gelegenheit zum Experimentieren braucht. Und die Tatsache, dass ich ihr diese Zeit gebe, zahlt sich nun so langsam doch aus. So langsam habe ich immer mehr das Gefühl, dass sie verstanden hat, was sie mit den Dingen, die ihr präsentiert werden, anfangen soll. Ein Stück Clementine beispielsweise wird nicht mehr nur zermatscht, sondern ausgelutscht. Im Mund in mehrere Teile zerteilt ... und - oh Wunder - manchmal sogar als Ganzes geschluckt! Auch Brei (ja, ich fahre nun doch nach wie vor zweigleisig) wird mittlerweile zumindest akzeptiert, der Mund wird geöffnet - und 3-5 Löffel gegessen. Das ist wenig bis quasi überhaupt gar nichts - aber für mich ist es ein riesiger Erfolg. Ich WEISS, dass auch mein Kind das Essen irgendwann lernen wird, es dauert nur alles ein wenig länger. Aber selbst die winzigsten Erfolge sind für mich so riesig groß, dass ich mich ausgiebig darüber freuen kann. Und das ist doch eine Menge wert.
Ein Update gibt es auch zur Flachenproblematik. Nein, sie wird immer noch nicht akzeptiert - aber: Wenn keine Alternative da ist, die Mama also nicht in der Nähe, werden mit viel Protest ein paar Schlucke genommen. 50 Milliliter waren die größte Menge - aber ich bin sicher, bei großem Hunger würden es auch ein paar Schlucke mehr sein. Kleinvieh macht aber auch Mist.
Und weil es gerade so schön ist, möchte ich an dieser Stelle auch mal die Gelegenheit nutzen, um mich bei euch für eure vielen mutmachenden Kommentare zu bedanken. Ich weiß, ich bin oft ungeduldig gewesen. Zu ungeduldig für ein ehrgeiziges Projekt wie BLW. Und noch öfter war ich frustriert, hatte Sorge, es würde nächstes Jahr mit der Tagesmutterbetreuung vielleicht nicht klappen. Aber selbst da bin ich inzwischen zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden werden - und mein Kind dann, wenn ich von acht bis 17 Uhr an drei Tagen der Woche nicht in der Nähe bin, schon irgendetwas akzeptieren wird, um den Hunger zu stillen. Wenn auch erst mit Protest. Aber da es bis zum Eingewöhnungsstart ja noch einige Woche sind, kann bis dahin auch noch viel passieren.
Mitte Januar machen wir erst mal eine Woche Urlaub. Und während ich vorhabe, die Tage auf der Skipiste zu verbringen, wird die Kleine tagsüber von ihrer Oma betreut. Und dabei wird sich zeigen, wie gut es tatsächlich mit der Fremdversorgung klappt - ob ich mittags eine Stillpause einlegen muss oder ob die Versorgung auch anderweitig den ganzen Tag über funktioniert. Und ich bin optimistisch: Es wird klappen!
Steffi2001 - 28. Dez, 07:59
Der heutige Tag war eine Premiere - K. hat zum ersten Mal Fleisch probiert. Genauer gesagt ein kleines Stück Pute, das ich vorher in Öl und Alufolie im Ofen gedünstet hatte. Und obwohl ich eigentlich mit einem widerwilligen Gesicht gerechnet hatte, scheint die neue Spezialität doch recht gut angekommen zu sein. Geschluckt und gekaut wurde natürlich mal wieder nichts. Aber gelutscht. Also hoffe ich mal, dass sich dabei auch ein bisschen Eisen gelöst und seinen Weg in den Baby-Organismus gesucht hat.
Ansonsten befinden sich unsere Beikost-Bemühungen auch weiterhin auf einem eher spärlichen Level. Das kurzfristige Brei-Interesse war schon einen Tag später wieder verfolgen - und auch sonst ist Essen weiterhin eine ganz spannende Erfahrung, mehr aber auch nicht. Überflüssig zu erwähnen, dass auch die Flasche weiterhin abgelehnt wird, ich sämtliche Tricks durch habe und mit meinem Latein langsam am Ende bin.
So sehr ich mich daran erfreue, wie die Kleine durch Fingerfood ganz behutsam die Welt des Essens entdeckt und Spaß daran hat - so frustrierend ist es, dass wir noch immer auf der Stelle treten und ich weiterhin quasi voll stille. Ob das jemals anders wird?
Steffi2001 - 19. Nov, 20:22
... gaaaaanz langsam und behutsam nähern wir uns nun immer mehr dem Thema Essen an. Nachdem ich nämlich in den letzten zwei Wochen sämtliche Bemühungen um das Thema Beikost stark heruntergefahren hatte und der Kleinen einfach mal eine Pause gönnen wollte, scheint sich ihr Interesse an dem Thema jetzt doch ganz behutsam zu entwickeln.
Erfolgserlebnis 1: Ich habe letzte Woche mal wieder Reiswaffel (morgens) und Zucchini (mittags) angeboten. Beides wurde intensiv mit dem Mund bearbeitet - und zum ersten Mal auch erkennbar geschluckt (wenn auch nur in kleinen Mengen). Der Windelinhalt einen Tag später hat dies jedenfalls einmal wieder eindrucksvoll bestätigt (ja, ich weiß, ein Thema, über das sich nur anderen BLW-Mütter ähnlich freuen können).
Erfolgserlebnis 2: Wir haben gestern einen weiteren Brei-Versuch gestartet, um weiter zweigleistig zu fahren - und zum ersten Mal wurden mittags und abends jeweils ca. zwei Löffel Zucchini mit Kartoffel verdrückt. Das ist natürlich noch unsagbar wenig und steigerungsfähig - aber alles braucht seine Zeit. Zumindest war ich ausgesprochen beeindruckt davon, dass sie sogar einmal freiwillig ihren Mund aufgesperrt hat und nicht anschließend den gesamten Brei wieder mit der Zunge nach draußen geschoben hat. Wir bleiben also dran.
Mein Plan für die nächsten Tage ist also, es zwar größtenteils beim Fingerfood zu belassen, trotzdem aber immer wieder auch Brei anzubieten. Nur so sehe ich aktuell für mich die Chance, über kurz oder lang zumindest schon mal eine Mahlzeit ersetzt zu haben und für mich etwas mehr stillunabhängige Freiheit zu gewinnen.
Das Thema Flasche liegt übrigens weiterhin so halb auf Eis. Gestern bekam K. am Mittag ein paar Schlucke Pre-Milch angeboten - und immerhin brach sie beim Anblick der Flasche nicht sofort in lautes Gebrüll aus, sondern ließ den Sauger bis in ihren Mund kommen. Ergebnis: Die Flasche scheint wohl wieder nicht mehr als ganz bedrohlich empfunden zu werden - Pre-Milch schmeckt ihr aber offenbar gar nicht (dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen). Die nächsten Flaschen-Versuche machen wir also wieder mit abgepumpter Muttermilch und dann in einem weiteren Schritt mit Einser-Milch. Letztere ist zwar unter Still-Müttern zum Zufüttern ausgesprochen verpöhnt - soll aber angeblich besser schmecken als die Pre-Milch und deswegen lieber genommen werden. Warum also nicht?
Ich werde weiter berichten.
Steffi2001 - 10. Nov, 14:10
Im Süden nichts Neues - noch immer dauert der Kampf von K. gegen die Flasche an. Nichts, wirklich gar nichts hilft - kein anderer Sauger, keine normalen Becher, keine Löffel - gar nichts. Da unsere aktuellen Versuche entsprechend zu gar nichts führen und wir das Kind nicht komplett zum Flaschenhasser machen wollen, haben wir nun beschlossen, das Thema Flasche erst mal einige Tage auf Eis zu legen. Wasser zum Essen bekommt sie weiterhin angeboten, aber wir drängen es ihr nicht auf. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Kleinen schon holen, was sie brauchen - und wie es aktuell aussieht, scheint der Flüssigkeitsbedarf durch die Muttermilch ja ideal gedeckt zu werden. Also müssen wir es erst einmal dabei belassen.
Ebenfalls ausgesprochen interessant ist das Thema Brei. Denn obwohl dieser Blog "Breifrei" heißt und ich nach wie vor nicht sonderlich scharf darauf bin, K. ihr Essen püriert per Löffel zu verabreichen, starten wir doch immer wieder mal einen Versuch vor dem Hintergrund, dass die Kleine im nächsten Jahr ja auch zeitweise von einer Tagesmutter betreut werden soll. Und da kann es meiner Ansicht nach grundsätzlich nicht verkehrt sein, auch mal zweigleisig zu fahren und sie behutsam an den Umgang mit den Löffel zu gewöhnen.
Leider lassen sich die Erfolge auch in diesem Bereich ebenfalls mit einer einzigen Ziffer auf den Punkt bringen: NULL. K. verweigert alles, was vom Löffel kommt, kneift den Mund zusammen, schiebt alles, was nur ihre Lippen berührt, auf direktem Wege wieder nach draußen - und macht uns ganz offenbar klar, dass das pürierte Zeug überhaupt nichts für sie ist.
So langsam scheint sich in mir die Vermutung zu bestätigen, dass K. bei weitem noch nicht so beikostreif ist, wie ich immer dachte. Für uns heißt das: Sie darf weiterhin mit Essen in Stückform experimentieren, probieren, herausfinden, was ihr schmeckt und was nicht. Und ich schicke täglich ein neues Stoßgebet in den Himmel, dass sie eines Tages schon entdecken wird, dass Essen Spaß macht und toll ist - und vom Stillen doch ein bisschen unabhängiger wird.
Steffi2001 - 27. Okt, 11:34
Zur Zeit gibt es wenig Neues rund um das Thema BLW zu berichten. K. zeigt viele Zeichen eines Wachstumsschubes, ist entsprechend phasenweise ziemlich schwierig - und entsprechend wenig experimentierfreudig, was das Thema Essen angeht. Offenbar scheinen allerdings inzwischen Äpfel interessant zu werden, die am Anfang eher abgelehnt wurden. Zumindest nimmt sie mir inzwischen Stücke von einem Apfel, den ich selber esse, aus der Hand - und kaut munter darauf herum. Roh, versteht sich - das anfängliche Apfel-Dünsten kann ich mir offenbar schenken.
Leider kämpfen wir aber zur Zeit mit einem größeren Problem, denn seitdem die Kleine feste Nahrungsmittel probieren darf, sind offenbar Flaschen mit Saugern drauf Hassobjekte geworden. Obwohl K. quasi von Geburt an daran gewöhnt war, dass es immer wieder auch mal abgepumpte Muttermilch aus der Flasche gibt und wirklich schön getrunken hat, gibt es seit ein paar Tagen großes Geschrei, wenn nur eine Flasche in die Nähe ihres Mundes kommen soll. Für mich ist das deshalb nicht ganz unproblematisch, weil ich meine neu gewonnene Unabhängigkeit aktuell ein wenig schwinden sehe. Ob es daran liegt, dass sie doch immer wieder mal ermuntert wurde, das Trinken aus dem Trinklernbecher zu probieren? Ich weiß es nicht und hoffe auf eine schnelle Besserung.
Sollte die aktuelle Phase wirklich auf einen Wachstumsschub zurückzuführen sein, hätte dies den Vorteil, dass sie auch wieder vorbei geht - und das lässt hoffen. In den nächsten Tagen ist es deshalb vermutlich sinnvoll, beim Thema BLW nicht allzu viel auszuprobieren - und mehr beim klassischen Stillen zu bleiben.
Steffi2001 - 20. Okt, 21:56
Wir haben ein neues Gemüse ausprobiert - Blumenkohl. Die Röschen lassen sich gut in die Hand nehmen und können in weniger Einzelteile als Broccoli zerlegt werden. Allerdings sollte man aufpassen, dass der Blumenkohl beim Garen nicht zu weich wird. Meine Tochter hat ihn jedenfalls gemocht.
Außerdem besitze ich seit heute ein neues Küchengerät - einen Kompakt-Dampfgarer. Schon nach der ersten Benutzung heute Mittag war ich begeistert: Das Gemüse lässt sich viel schneller und besser dünsten als im Dämpfeinsatz im Kochtopf. Und da man mit dem Gerät so ziemlich alles schonend zubereiten kann - auch z.B. Fleisch - bin ich sicher, dass es künftig einiges zu tun bekommen wird.
Steffi2001 - 14. Okt, 22:45
Seit meinem letzten Eintrag sind wieder einige Tage ins Land gegangen. Und mittlerweile hat sich hier alles so gut eingespielt, dass BLW nun ganz langsam völlig normal zu unserem Alltag gehört - ohne, dass ein großer Wirbel darum gemacht werden müsste. Dazu kommt, dass K. beim Essen inzwischen immer sicherer und geschickter wird. Zucchini ist nach wie vor ihr absolutes Lieblingsgemüse, auch Möhren werden immer gerne genommen. Beim Obst scheint Nektarine besonders gut anzukommen - auch, wenn die dadurch verursachte Schweinerei schon gigantisch ist. Auch Banane scheint zu schmecken - während Apfel und Birne eher liegen gelassen und nicht weiter probiert werden.
Da ich aber nun ganz langsam anfangen möchte, mittags nicht immer nur Gemüse fürs Kind zu dünsten, sondern allmählich meinen Speiseplan so zu gestalten, dass die Kleine im Idealfall mitessen kann, war es heute Zeit für einen neuen Genuss: Nudeln! Die gabs für die Mama mit Pesto aus dem Glas (leider ganz und gar nicht kindergeeignet weil mit reichlich Salz gemischt) - und fürs Kind pur auf dem Teller zusammen mit - wie könnte es anders sein? - Zucchini. Ganz schlecht scheinen die Nudeln aber auf jeden Fall nicht gwesen zu sein, denn sie wurden zumindest ausgiebig mit dem Mund untersucht. Die Nase vorn hatte dann aber doch wieder die Zucchini. Soll mir auch recht sein.
In den nächsten Tagen will ich dann noch einen Schritt weitergehen und K. zum ersten Mal auch Fleisch probieren lassen. Da ist mir aber noch nicht ganz klar, wo ich das eigentlich kaufen möchte, denn mir ist schon wichtig, dass es Qualitätsfleisch ist. Ich bin aber bereits auf der Suche.
Steffi2001 - 13. Okt, 14:45